Slowenien 2022 – Part 1 (München / Wien)

Auf in die österreichische Landeshauptstadt (13.-16.08.2022)

Eigentlich war abgesprochen wie bei unserer ersten Reise zu starten: Am Vorabend wollten Nadine und Micha alles packen, unsere Koffer & Taschen montieren, Gernot und mich mit ausreichend Sprit versorgen (was sie auch getan haben), so dass wir alle ausgeschlafen und fit in unser neues Abenteuer starten können. Na ja, dieses Mal war es ein bisschen anders. Nachdem die beiden Langschläfer nach zwei Tassen Kaffee um 11 Uhr endlich mit packen fertig waren und Gernots’ Bedenken, doch nicht auf Tour gehen zu können, ausgeräumt wurden, als die Beiden dann doch in ihren Motorradkombis vor uns standen, ging es voller Vorfreude mit unseren Begleitern huckepack los. Auf vertrauten Straßen durch bekannte Ortschaften und Wälder starteten wir unsere 1. Etappe Richtung Wasserburg am Inn. Entlang der Landstraße fuhren wir bei wenig Verkehr und schönstem Sonnenschein bis Burghausen – mit dem Plan, an der Grenze zu Österreich eine ausgiebige Pause zur Erholung einzulegen. Aber was wäre es für ein Plan, wenn er tatsächlich funktionieren würde: Innenstadt gesperrt, kein Biergarten in der Nähe, …, also fuhren wir weiter in der Absicht am nächsten Gasthaus am Wegesrand zu halten. Man mag meinen, dass das ja nicht so lange dauern kann; aber da hatten wir uns getäuscht. Es war gar nicht so einfach, an der Strecke an einem Samstag ein Restaurant zu finden. Nach einer wunderschönen Wald-Strecke und weit mehr zurückgelegten Kilometern als gedacht beschließen Gernot und ich schließlich am Gasthof Hofer in Neukirchen an der Enknach zu halten. Während es sich Nadine & Micha mit einem Jause-Brettl und selbstgemachter Sulze in Kürbiskernöl und selbstgebackenen Salzstangerl gut gehen ließen, genossen wir auf einem schattigen Parkplatz direkt vor dem Gastgarten die Ruhe und Erholung. Gut genährt und entspannt nahmen wir anschließend die verbleibenden 116 Kilometer in Angriff. Toll war, dass wir nur ein kurzes Stück auf der vielbefahrenen Bundesstraße zurückzulegen hatten. Die meiste Zeit konnten wir bei sehr wenig Verkehr die Natur genießen.

Kurz vor halb sechs erreichten wir schließlich unser Hotel, das Park Inn by Radisson, in Linz. Nachdem Nadine eine gefühlte Ewigkeit beim Einchecken verbrachte, hieß es für Gernot und mich unser Nachtlager auf dem Gehweg einzurichten. Gott sei Dank bot dieser viel Platz und einen Baum, der uns bei Regen schützen würde. Auch fanden wir schnell Anschluss – vier Gleichgesinnte aus dem hohen Norden wurden unter dem Nachbar-Baum einquartiert und erzählten uns von ihren bereits bereisten Zielen.

Am nächsten Morgen ging es dann weiter in Richtung Wien. Auf unserem Weg aus der Stadt hinaus erzählte mir Nadine, dass ihre Stadt-Besichtigung am Vorabend nicht besonders ergiebig war: Nach einem Spaziergang durch die überschaubare Innenstadt kehrten sie im Restaurant Stadt Liebe zum Abendessen ein und endeten nach einer leider erfolglosen Suche nach einer guten Bar in der Hotel-Bar, in der man unfassbare 10€ für einen mittelmäßig gemixten Whiskey Sour los wird – und das für ein paar wenige Schlucke, weshalb es unwissentlich zwei pro Person wurden. Was die Strecke nach Wien betrifft, die Nadine geplant hatte, so sind Gernot und ich uns einig: Der erste Teil der Strecke ist einfach traumhaft und absolut empfehlenswert. Der Donau folgend führte sie uns direkt zwischen Felswänden und Donau entlang durch kleine Ortschaften und wunderbare Kurven. Habt Ihr vielleicht auch die Sissi-Reihe gesehen und könnt Euch an die Szene erinnern als Sissi stehend auf einem Boot auf der Donau zu Ihrer Hochzeit mit Kaiser Franz Joseph fährt? Ich glaube, so glücklich wie ich mich hier beim Fahren gefühlt habe, so muss sich Sissi damals gefühlt haben –  ja ok, vielleicht haben ihr am Ufer mehr Menschen zugejubelt als mir, aber auch ohne die Jubelrufe lässt sich hier ganz gut nachempfinden, wie sie sich gefühlt haben muss :). Der zweite Teil der Strecke, der nach dem direkt von der Straße zu bewundernden Stift Melk mit dem Abzweig auf die B1 begann, war leider nicht so besonders – hier meinen die Österreicher anscheinend, dass uns die immer wiederkehrende Abwechslung von kurz aufeinander folgenden Abschnitten mit 50, 70 bzw. 100 km/h Spaß macht, aber ehrlich … auf die Dauer nervt das ständige Rauf- & Runterschalten unserer Begleiter ganz schön und landschaftlich wurde auch nicht besonders viel geboten. Beim nächsten Mal werden wir auf jeden Fall der Empfehlung, durch die Wachau zu fahren und damit einfach weiter der Donau bis nach Wien zu folgen nachkommen.

In Wien angekommen fuhren wir gefühlt einmal durch die ganze Stadt, vorbei am Schloss Schönbrunn bis zu unserer Unterkunft für die nächsten 2 Nächte – dem Hotel Vienna. Hinsichtlich seiner Lage konnten wir keinesfalls meckern: mit nur 10 Minuten zu Fuß zum Prater im 2. Bezirk und lediglich 2 U-Bahn-Stationen in die Innenstadt, ist es ein idealer Ausgangspunkt, um Wien zu erkunden. Allerdings verfügt das Hotel über eine Garage mit lediglich 2 Stellplätzen, die natürlich bereits belegt waren. Und obwohl Gernot und ich uns für die 1. Nacht noch hineinquetschen durften, waren wir Micha am nächsten Morgen doch sehr dankbar, dass er einen Stellplatz an der Straße für uns gefunden hat. Und so sonnten Gernot und ich uns in der heißen Sonne Wiens während unsere Begleiter sich mit Freunden trafen und sich in 1,5 Tagen einen guten Überblick mit allen wichtigen Sehenswürdigkeiten von Wien verschafften. Mich hätte zwar das ein oder andere Museum schon interessiert, aber dafür hätten wir mindestens einen Tag mehr einplanen müssen. Und ich muss sagen, ein bisschen neidisch waren wir ja schon: Gerne hätten Gernot und ich – auch wenn wir keine wirklichen Kaffee-Fans sind – im Kaffehaus Hawelka die originale Wiener-Kaffeekultur erlebt, den Rundum-Blick über die Stadt von der Rooftop-Bar Libelle am Abend erhascht oder das leckere Essen & Drinks beim Film Festival am Rathaus genossen: Nadine hat noch Tage später nicht nur vom Konzept dieser Veranstaltung (umweltbewusst, gutes Preis-Leistungs-Verhältnis, diverse Kulturen, kostenfreie Oper-/Filmvorführungen) sondern vor allem vom Nougatschmarrn geschwärmt. Ich finde, sie hätte uns ruhig was für die Fahrt einpacken können. 😉